Detaillierte Beitrags-Information

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Beitragstitel Tinnitus Charakterisierung und Stabilität der Unterdrückung mittels Residual Inhibition
Beitragscode P09
Autor:innen
  1. Wilhelm Wimmer ARTORG Center for Biomedical Engineering, University of Bern Präsentierende:r
  2. Suyi Hu Inselspital, Universitätsspital Bern
  3. Lukas Anschütz Insel Gruppe AG, Inselspital, Universitätsspital Bern
  4. Markus Huth Inselspital, Universitätsspital Bern
  5. Deborah Hall National Institute for Health Research (NIHR) Nottingham Biomedical Research Centre
  6. Martin Kompis Inselspital, Universitätsspital Bern
  7. Marco Caversaccio Inselspital, Universitätsspital Bern
Präsentationsform Poster
Themengebiete
  • SGORL FV 2019
Abstract-Text Ziele
Ziel dieser laufenden Studie ist es, zeitliche Merkmale der Tinnitus Unterdrückung durch Residual-Inhibition (RI) zu charakterisieren und die Reproduzierbarkeit der RI nach wiederholter Stimulation bei Patienten mit subjektivem Tinnitus zu untersuchen.

Methoden
Audiometrie (bis zu 13 kHz) und Tinnitometrie wurden an 45 Probanden durchgeführt. RI wurde in 10 aufeinander folgenden Messungen bewertet (schmalbandiges Rauschen, 60 s): Die Probanden wurden gebeten, die Veränderung der Tinnitus-Lautstärke so lange anzugeben (RI-Tiefe; -5 vollständige Unterdrückung, 0 keine Änderung, +5 Verstärkung), bis das vorherige Niveau wieder erreicht ist. Bei Probanden mit RI wurde der Effekt der wiederholten Stimulation auf die RI-Tiefe mittels Mixed-effects ordinal regression Models analysiert. Die Tinnitus-Recovery-Kurven wurden als exponentieller Zerfall modelliert. Der Effekt von Wiederholungen auf die maximale RI-Tiefe und RI-Dauer (Zeit nach 80% Tinnitus- Recovery, in Sekunden) wurde mit einem Linear mixed-effects Model analysiert.

Resultate
Eine Tinnitus-Unterdrückung durch RI wurde bei 82% der Probanden beobachtet. Die durchschn. max. RI-Tiefe und RI-Zeit (±SD) betrugen -4.8 ± 0.5 bzw. 64s ± 27s. Mit jeder Wiederholung steigen die Chance für eine stärkere RI-Tiefe um den Faktor 1.06 (p < .005); die RI-Dauer verlängert sich um 1.3 Sekunden (p= .017).

Schlussfolgerungen
Unsere Resultate deuten darauf hin, dass RI ein reproduzierbarer Mechanismus ist und sich eignet bei Probanden wiederholte Zustände mit und ohne Tinnitus zu erzeugen, wie es zum Beispiel für EEG-Vergleichsstudien erforderlich ist [Hu et al. 2019; doi: 10.2196/12270].